Ein David, der den Goliath spielt
Der letzte Besuch des Papstes, vor fünf Jahren in Bayern, war ein prächtiger Besuch. Aber selbst dieser prächtige Heimatbesuch blieb ein religiöses In-sich-Geschäft. Er strahlte nicht über die Massenversammlungen hinaus, er hatte nicht die werbende Verve einer Volksmission, keine charismatisch-pastorale Kraft. Benedikts Theologie füllt die herrliche Kathedrale der Wissenschaft, sie verlässt sie nicht, sie sprengt die Türen nicht auf. Sie beeindruckt ungläubige Philosophen wie Jürgen Habermas und verzückt wehmütig nostalgische Schriftsteller wie Martin Mosebach. Aber die Kirche des Papstes Benedikt lebt nicht, hat das Vertrauen der Menschen verloren. Sie ist ein alttheologisches Exzellenzcluster.
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