Panentheismus
Gott als Raum der Welt
Leben und Geschick Jesu von Nazareth hat den Verfassern der vier kanonischen Evangelien viel zu denken gegeben. Ihr Glaubensbekenntnis lautet: Jesus redet nicht über Gott; vielmehr setzt sich in Jesu Gleichnissen und Symbolhandlungen die Wirklichkeit Gottes selbst präsent (vgl. Markusevangelium 1,15; Matthäusevangelium 11,28; Lukasevangelium 11,20). Wenn aber im Auftreten Jesu Gott selbst unter den Menschen ankommt, dann sagt Jesu Verhältnis zu seinem Gott, den er »Vater« nennt, etwas über die innerste Wirklichkeit Gottes aus: Der Urgrund allen Seins sei nicht ein sich selbst genügendes Etwas oder ein unbewegter Beweger, sondern vielmehr in seinem Innersten ein unvordenkliches Beziehungsgeschehen. »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott«, heißt es im Johannesevangelium (1,1f.). Nimmt man das ernst, dann bedeutet es den Schlussstrich unter einen allzu schlichten Monotheismus. Denn in diesem Denkschema wäre es unmöglich, dass der radikal transzendente Gott der menschlichen Lebenswirklichkeit innewohnen könnte.
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Joachim Negel, geboren 1962,ist Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Fribourg (Schweiz). Wenn Sie eine Gottesfrage an ihn stellen wollen: redaktion@publik-forum.de,Betreff: Gottesfragen.

Streit um die Trinität
