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Hinter der Maske staut sich mein Atem

von Ingeborg Woitsch, Berlin
vom 06.07.2020
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(Foto: Ingeborg Woitsch)
(Foto: Ingeborg Woitsch)

Es ist merkwürdig still hier im Supermarkt,
spät am Abend, kein Eilen und Schieben und Drängen.
Plötzlich ein fremder Planet, den Astronauten betreten.
Mit Einkaufswagen bewaffnet, rollt jeder dahin.
Meine Augen tasten stumm über die Maske hinweg
und durchsuchen den Raum.
Der Supermarkt ist heller und gläserner als sonst.
Zwischen ihm und mir steht mein Schutz.
Bin wirklich ich dort? Oder ist es nur ein Teil von mir?
Weiß behandschuht sammle ich
Saftige Äpfel und Orangen und Ingwer und Zitronen,
kleine Laborproben, und ziehe weiter zum Kühlregal.
Die anderen weichen zur Seite oder
lassen einander den Vortritt
wie Diener den Königen, bitteschön!
Hinter der Maske sitzt das Schweigen
und wandelt die halbleeren Regale entlang.
An der Kasse nennt ein junges Gesicht,
ohne Angst und mit einem freundlichen Lächeln eine Summe,
die das Leben nun kosten soll.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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