Kardinal Woelki
Rücktrittslos
Kardinal Woelki bleibt im Amt. Diese Entscheidung des Papstes war zu erwarten. Das von Woelki selbst beauftragte Gutachten der Kanzlei Gercke und Wollschläger zum Umgang mit Missbrauchsfällen hatte ihn formal entlastet. Die Austrittswelle und die Proteste der Gläubigen spielten keine Rolle. Nicht einmal die Tatsache, dass große Teile des Klerus keine Basis für eine Zusammenarbeit mehr sehen, war relevant. Der Papst hat klargemacht: Vom katholischen Bischofsamt kann man nicht zurücktreten. Weder freiwillig, wie Kardinal Marx das wollte. Noch halb freiwillig, wie die Fälle des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße und der Kölner Weihbischöfe Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff zeigen, die erst nach massivem Druck und gutachterlich nachgewiesenem Fehlverhalten gegenüber Missbrauchsopfern ihren Rücktritt anboten – und ebenfalls päpstlich rehabilitiert wurden. Und schon gar nicht muss ein Bischof befürchten, aufgrund seiner Amtsführung von Rom zu diesem Schritt gedrängt zu werden.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

