Zur mobilen Webseite zurückkehren

Kardinal Woelki
Rücktrittslos

Papst Franziskus belässt Kardinal Woelki im Amt und riskiert die Implosion der katholischen Kirche in Deutschland. Seine Entscheidung ist eine rücksichtslose Botschaft an jene Gläubigen, die sich mit aller Kraft für einen Neuanfang einsetzen.
von Michael Schrom vom 24.09.2021
Artikel vorlesen lassen
»Der Papst zählt auf mich«: Kardinal Woelki bleibt im Amt (Foto: Andreas Pein/laif)
»Der Papst zählt auf mich«: Kardinal Woelki bleibt im Amt (Foto: Andreas Pein/laif)

Kardinal Woelki bleibt im Amt. Diese Entscheidung des Papstes war zu erwarten. Das von Woelki selbst beauftragte Gutachten der Kanzlei Gercke und Wollschläger zum Umgang mit Missbrauchsfällen hatte ihn formal entlastet. Die Austrittswelle und die Proteste der Gläubigen spielten keine Rolle. Nicht einmal die Tatsache, dass große Teile des Klerus keine Basis für eine Zusammenarbeit mehr sehen, war relevant. Der Papst hat klargemacht: Vom katholischen Bischofsamt kann man nicht zurücktreten. Weder freiwillig, wie Kardinal Marx das wollte. Noch halb freiwillig, wie die Fälle des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße und der Kölner Weihbischöfe Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff zeigen, die erst nach massivem Druck und gutachterlich nachgewiesenem Fehlverhalten gegenüber Missbrauchsopfern ihren Rücktritt anboten – und ebenfalls päpstlich rehabilitiert wurden. Und schon gar nicht muss ein Bischof befürchten, aufgrund seiner Amtsführung von Rom zu diesem Schritt gedrängt zu werden.

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0