Streitfragen
Soll man den strafenden Gott vergessen?
Den strafenden Gott darf man nicht vergessen; sonst wär die Gnade keine Gnade. Das aber ist der Kern der gesamten Botschaft Jesu, dass Gott bedingungslos vergibt aus reiner Güte, nicht weil wir durch gewisse gute Werke darauf Anspruch hätten. Was an uns gut ist, stammt aus dieser Güte. An sie als Grund unserer Existenz zu glauben, verleiht uns allen erst die Möglichkeit zu tun, was rechtlich und moralisch richtig ist. Oder vielmehr, es stellt unser gesamtes Dasein auf die neue Grundlage innerer Freiheit in Vertrauen und Vergebungen. Nur eine solche Haltung heilt.
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Eugen Drewermann, geboren 1940, ist Theologe und Psychotherapeut.
Sein neues Buch: »Richtet nicht! Strafrecht & Christentum 1« (Patmos) ist im Publik-Forum Shop erhältlich, Best.-Nr. 3714

