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Streitfragen
Soll man den strafenden Gott vergessen?

Jeder der leidet, weiß: Wir leben einzig aus Gnade. Nicht die Angst vor Strafe, allein die bedingungslose Liebe Gottes verändert Menschen.
von Eugen Drewermann vom 13.03.2021
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Ein Klassiker von Rembrandt: »Die Heimkehr des verlorenen Sohnes«, gemalt um 1668/69 (Foto: akg images)
Ein Klassiker von Rembrandt: »Die Heimkehr des verlorenen Sohnes«, gemalt um 1668/69 (Foto: akg images)

Den strafenden Gott darf man nicht vergessen; sonst wär die Gnade keine Gnade. Das aber ist der Kern der gesamten Botschaft Jesu, dass Gott bedingungslos vergibt aus reiner Güte, nicht weil wir durch gewisse gute Werke darauf Anspruch hätten. Was an uns gut ist, stammt aus dieser Güte. An sie als Grund unserer Existenz zu glauben, verleiht uns allen erst die Möglichkeit zu tun, was rechtlich und moralisch richtig ist. Oder vielmehr, es stellt unser gesamtes Dasein auf die neue Grundlage innerer Freiheit in Vertrauen und Vergebungen. Nur eine solche Haltung heilt.

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