Traumgespräche unterm Blätterdach
Eine E-Mail aus dem Urwald senden? Das ist nicht leicht. Im Öko-Widerstandsdorf Sarayaku gibt es kein Telefonnetz, kein Stromnetz – nur Sonnenkollektoren, die Strom liefern, der in Batterien gespeichert wird. Es gibt keine Straßenlaternen. Die 1400 indigenen Bewohner vom Volk der Kichwa wollen es so. Besser unabhängig nach den eigenen Traditionen leben, als ferngesteuert mit Fernsehen und Internet. Sechs Computer hat die Dorfgemeinschaft jedoch. Man kann sie privat nutzen im Rundhüttenhaus bei der großen Antenne – jede und jeder Kichwa darf aber nur begrenzte Zeit ran.
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Thomas Seiterich ist Redakteur im Theologie-Ressort von Publik-Forum. Das Reisen ist seine Leidenschaft, und von überall bringt er spannende Geschichten mit, die er uns beim gemeinsamen Mittagessen in der Redaktion gerne erzählt. Selbst für ihn als erfahrenen Weltenbummler verspricht die Reise zu den indigenen Völkern im Amazonasgebiet ein Abenteuer zu werden. In einer der kommenden Print-Ausgaben von Publik-Forum wird der Autor vom Kampf der indianischen Völker gegen internationale Erdölfirmen berichten.
Kurz vor seinem Rückflug nach Deutschland ließ Thomas Seiterich uns Neues zu seinem Blog-Beitrag Nummer 3 wissen: »Der Generalvikar von Coca, Padre Juan Carlos, teilte mir mit: Die Polizei landete mit zwei Hubschraubern auf dem Dorfplatz einer Gemeinde der Shuar. Die Sicherheitskräfte befreiten die Geisel, die in einer Hütte untergebracht war. Zugleich verhaftete sie vier Männer der Shuar und flog die Geisel sowie die vier Inhaftierten in die Provinzhauptstadt Coca. Die Shuar kamen zur Bewährung frei. Erleichterung allerseits. Doch die zugesagten Ersatzleistungen für die Wasservergiftung durch die Erdölfirma lassen weiter auf sich warten.«
