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Wer kommt uns noch nah?

von Alexandra Grüttner-Wilke
vom 07.04.2020
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Wer kommt uns noch nah?
Ist es der Tod?
Wir sind nicht darauf eingerichtet,
sterblich zu sein

Unbrauchbar,
die verlegte Kanüle im Arm
ohne den stillen Aufstieg
zum Gipfelkreuz,
das dem Wanderer aus finsterem Tal
die Transfusionsbeutel hält

Die Freiheit
ist flugunfähig geworden

Federn fallen
in die Leerstellen
im Park,
auf dem Spielplatz,
in der Kirchenbank

Auch die Sorge grassiert

Dem Fahrradjungen
mit blutigem Knie
hilft niemand mehr auf

Gebärende geraten im Kreißsaal
ohne Beistand des Liebsten
an den wölfischen Schmerz
vor dem Wunder

Nicht wenigen
droht der Bankrott

Der Mond geht auf
in den Fenstern

Nach langen Familientagen
finden die Kinder
glücklicher in den Schlaf

Denn es will Abend werden
und unserm kranken Nachbarn auch

Zur Unzeit,
fern von Brot und Wein
beatmen die Engel
Mund zu Mund
unsere angstenge Brust

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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Schlagwörter: Freiheit Tod
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