Wie wollen wir feiern?
Ein Spiel sollte es sein. Ein heiliges Spiel, in dem die Seele lernt, »für Gott Zeit zu verschwenden«. Ein Spiel, dessen Sinn nicht darin besteht, »etwas Nützliches zustande bringen« zu wollen. In dem es nicht um magische Beschwörungsformeln oder geheime Riten geht, sondern darum, »in Freiheit und Schönheit und heiliger Heiterkeit vor Gott das gottgeordnete Spiel der Liturgie zu treiben«. So beschrieb der katholische Religionsphilosoph Romano Guardini (1885-1968) in seinem gleichnamigen Büchlein den »Geist der Liturgie«. Doch das Spiel ist aus. Zumindest steckt es in einer tiefen Krise. Nicht erst seit Corona. Aber wie in vielen anderen Bereichen auch wirkt das Virus wie ein Katalysator, der längst schwelende Krisen noch offensichtlicher macht.
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