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Erinnerungen
Heimat in Kisten

Siebzehn Mal ist unsere Autorin umgezogen. Immer waren sie dabei, die Kisten voller Erinnerungen. Über die Treue zu den Dingen und warum sie abhandenzukommen droht.
von Andrea Hensgen vom 02.04.2024
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(Illustration: Annette Lührs unter Verwendung von Fotos der Autorin und Adobe Stock/Brad Pict)
(Illustration: Annette Lührs unter Verwendung von Fotos der Autorin und Adobe Stock/Brad Pict)

So steht es da, in runden Kinderbuchstaben, auf dem Blatt des 8. Januar in einem Kalender aus dem Jahre 1969: »Ärger mit Mama, ich habe versprochen, es nie mehr zu machen.« Und auf dem nächsten Blatt vom 9. Januar: »Hat nicht geklappt, wieder Schimpfe.« Nur diese beiden Einträge, sonst findet sich nichts in diesem Kalender, außer der Adresse, die noch heute stimmt, für das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Ein weinroter Plastikeinband, für jeden Tag eine Seite, und hinten farbige Karten Deutschlands und Europas. Nur diese beiden kurzen Zeilen, und trotzdem begleitet mich dieser Kalender nun seit 55 Jahren, bei jedem meiner Umzüge. Zum ersten Mal wurde er eingepackt, als ich mit knapp 19 Jahren zum Studium aufbrach und das Dorf verließ.

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Schlagwort: Heimat
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