Im Kern des Tons
Der Rücken rund, das Gesicht ganz nah am Holz. Martin Schleske beugt sich über die Werkbank. Mit beiden Händen umfasst er das Abstecheisen, ein Werkzeug wie ein Schuhlöffel mit scharfem Messer. Span für Span schält er ab vom Holz. Der 45-Jährige arbeitet an der Geigendecke, dem oberen Teil der Geige. Jeder Stich macht einen zischenden Laut. Der Klang verrät ihm viel über das Holz: »Arbeite ich mit der Faserrichtung, entsteht ein heller Ton, arbeite ich gegen die Faser, ist der Ton rau und reißend«, sagt er und rückt sich die schwarze Lederkappe auf dem Kopf zurecht. In seinem Atelier in Stockdorf bei München baut Martin Schleske Geigen und Celli – und sucht dabei einen vollkommenen Klang.
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Buchhinweis: Martin Schleske. Der Klang. Vom unerhörten Sinn des Lebens. Kösel-Verlag. München 2010. 352 Seiten. 21,95 €. Das Buch ist über den Publik-Forum-Shop erhältlich: Best.-Nr. 8728»Das Holz hat ein Mitspracherecht. Ich habe zwar eine Idee, ein Modell vor Augen, aber ich arbeite nicht gegen die Faser«
